Moni's Naturgalerie

Aktuelle Bilder

16. August 2017

Ich war wieder mal auf dem Weg zu "meiner" Wiese. Diese zieht mich momentan so richtig magisch an. Das mit den drei Bildern von der Wespenspinne Anfang August konnte doch noch nicht alles gewesen sein. An diesem Tag war es auch sehr, sehr windstill geradezu ideal für die Nahfotografie.

Zunächst glaubte ich an ein Deja vus, als ich plötzlich einen Rehbock sichtete. Genauso wie vor einigen Tagen, als ich auf dem Weg zur Wiese war und einen Rehbock und eine Ricke entdeckte. Aber das konnte ja nicht sein, denn der Rehbock war allein und die Stelle war eine etwas andere. Also sah ich das Ganze als ein gutes Omen an, denn letztes Mal nach der Sichtung der Rehe bekam ich ganz passable Insektenbilder hin :-)

Es gelangen mir auch nur diese vier Schnappschüsse. Als ich abermals abdrücken wollte, ist er mir auch schon aus dem Bild entsprungen, dieser Rehbock.

Angekommen an der Wiese hielt ich Ausschau nach den Sechsfleck Widderchen. Einige schwirrten mir ja schon bei der Ankunft um die Nase. Ich wollte jenes Szenario fototechnisch wiederholen mit besseren Bildergebnissen, als wie ich sie bei den ersten Bildern vor einigen Tagen hatte. Und dann fand ich auch ein Päärchen :-) Diesmal versuchte ich eine andere Technik. Nicht direkt ran mit der Kamera, sondern diesmal wollte ich zoomen, aus ca. 2 Metern Entfernung. So ergibt das dann auch "diese"  von vielen gewünschte Freistellung der Falter auf den Bildern. Das Objekt wird rangezoomt, scharf gestellt und alles andere auf dem Bild verschwimmt im Hintergrund zu einer, ich sag mal einheitlichen Textur :-)

Nun ja, vor Begeisterung klatschte ich nun nicht in die Hände. Bei dem ersten Bild störte mich dann dieser blöde Halm im Hintergund. Also alles nochmal von vorne. Es war ja gott sei Dank total windstill und ich hatte ja viel Zeit, denn die beiden Falter waren ja schwer beschäftigt :-)

Fazit, eine wirklich überragende Verbesserung kann ich jetzt nicht wirklich erkennen, was die Strukturen der Flügel betrifft, das hatte ich ja bei meinen ersten Bildern stark bemängelt. Also finde ich mich damit ab :-) In Natura sehen die Falter sowieso tausend mal schöner aus, als auf jedem Foto. Ich glaube das habe ich auch schon mal jetzt im August erwähnt gehabt.

Folgende Bilder von weiteren Sechsfleck-Widderchen habe ich dann wieder mit meiner kleinen Taschenknipse gemacht, so mit ganz nah ran :-) Bei einigen Widderchen waren die Flügel auch schon sehr transparent. Diese Transparenz soll aber auch ein Unterscheidungsmerkmal zwischen weiblichen und männlichen Faltern sein.

Sechsfleck-Widderchen auf Goldrute, eine Nahrungspflanze die im August blüht, bei vielen Insektenarten sehr beliebt!

 

Während dieser ganzen Ausprobierei mit dem Fotoquatsch auf bessere Bilder, musste ich aufpassen, dass ich nicht in so ein Wespenspinnennetz reintrat. Igitt :-) Denn seit meinem letzten Besuch Anfang August hatten sich diese imposanten Spinnen deutlich vermehrt. Überall hatten sie ihre Netze gespannt und in vielen Netzen waren auch schon kleine Tierchen als Beute verendet zu sehen.

Die Wespenspinnen gehen da taktisch und sehr klug voran, wenn sie ihre Netze weben. Und zwar passen sie die Höhe ihrer Netze der Beutetiere an, die sich um ihre Spinnennetze "bewegen". Hier auf dieser Wiese lagen alle Netze die ich entdecken konnte nicht höher als ca. 30 cm über den Erdboden, schön versteckt im dichten Hornklee, dort wo sich viele Grashüpfer gerne drin tummeln, Bienen herumschwirren und kleine Falterarten. Und zack, mal nicht aufgepasst und schon schnappt die Falle zu. Ich wurde dann tatsächlich Augenzeuge wie ein Grashüpfer in solch ein Netz geriet und ratz fatz war es um ihn geschehen. Der Grashüpfer klebte kaum im Netz, schon schoss die Spinne heran und hatte ihn in Bruchteilen von Sekunden zu einem Lunchpaket verarbeitet. Der Grashüpfer gab keinen Mucks mehr von sich, er hing da wie erstarrt im Netz fest umwickelt und zugeschnürt. Mir tat es ja schon ein wenig leid um diesen Grashüpfer, der Sekunden vorher noch lustig durch die Wiese hüpfte. Hier nun einige Bilder von diesem schaurig schönen Spektakel, die Bewegungsunschärfe bei der Spinne und überhaupt die Unschärfe in den ersten 4 Bildern war natürlich nicht gewollt, aber das Netz fing bei dieser Action ja auch an zu flattern ;-)

 

Kopfüber landete der kleine Grashüpfer in die tödliche Falle . . . 

 

In Bruchteilen von Sekunden war er verpackt und verschnürt, mit dem bloßen Auge sind die superschnellen Bewegungen der Spinne gar nicht wahrzunehmen. Wahnsinn ! Achtung, ab hier werden die Bilder besser und schärfer ;-)

Während dieser Aufnahme hier sah es tatsächlich auf den ersten Moment so aus, als würde diese Wespenspinne einen Angriff auf meine kleine Taschenknipse starten. Ihre langen Vorderbeine näherten sich verdammt nah der Linse meiner Kamera. Ich glaube ich hätte in so einem Moment alles fallen gelassen :-) Doch glücklicherweise besann sie sich wieder anders und beschäftigte sich weiter mit ihrem neuen armen Opfer, dem Grashüpfer. Nun folgen noch weitere Bilder von diesem Schauspiel obwohl das spannendste ja schon vorbei war, und die ganze Bilderserie hier auf Kosten des armen Hüpfers entstanden ist. Es war ein einmaliges Erlebnis für mich. Nochmal muss ich so etwas nicht mit ansehen, geschweige denn fotografieren. Diese Bilder reichen mir als Erinnerung an dieses für mich faszinierende und doch gleichzeitig auch etwas traurige Ereignis. Davon habe ich ja nun reichlich Bilder machen können. Ich liebe Serienbilder, also ich meine jetzt nicht den Serienmodus an der Kamera, jedes Bild habe ich manuell ausgelöst :-) Achtung, gute Schärfe und größere Bilder :-)

Wie schon gesagt, auch andere Insekten fallen den Wespenspinnen zum Opfer :  Zum Beispiel Bläulinge, eine sehr kleine Schmetterlingsart die sich gerne im Hornklee tummelt. Auch diese konnte ich in einigen Netzen der Wespenspinnen als Opfer identifizieren. Sogar mit größeren Libellen wird vorlieb genommen, Gott sei Dank blieb mir hier auf dieser Wiese so ein Anblick erspart :-)

Nun ja, die Natur hat es so eingefädelt, und so wird das auch alles seinen Sinn und seine Richtigkeit haben, das Fressen und gefressen werden. Die Wespenspinnen treten auch nicht sehr lange auf. Eigentlich habe ich sie bisher immer nur einen ganzen Monat lang bei uns beobachten können. Und das immer nur den ganzen August und so schnell wie sie aufgetaucht sind, woher auch immer sie kamen, so waren sie dann auch pünktlich zum Septemberbeginn wieder verschwunden. Bei Wikipedia steht : Bis zum Oktober kann man noch weibliche Wespenspinnen beobachten. Das kann ich in meiner Region nicht bestätigen.

 

Invasion der Raupen !

Mehrere dicke "Klumpen" gefrässiger Raupen vom Tagpfauenauge entdeckte ich bei den Brennesseln.

 

Einige Pilze konnte ich auch schon wieder sichten. Eigentlich ist es ja Quatsch wenn man sagt : Herbstzeit ist Pilzezeit. Denn so wirklich stimmt das ja nicht. Und genauso Quatsch ist es, wenn ich schreibe "schon wieder" denn Pilze gibt es zu jeder Jahreszeit :-) Natürlich gibt es Pilzsorten die nur in bestimmten Monaten für eine Weile aus dem Boden schiessen. Dazu zählt der Birkenspeitäubling, der jetzt im August seine Zeit hat. (1. Bild)

 

Nach "meiner" Wiese gab es noch einen Abstecher hin zum Brunosee (Naturschutzgebiet). Dort "erwarteten" mich zwei Tauben am Ufer des Sees, (beide Tauben waren an beiden Beinchen beringt) die dort wohl Rast machten oder sich auch einfach nur verirrt hatten. Jedenfalls waren die zwei wohl durstig und wussten nun nicht wie sie an das Wasser kommen konnten. Die Steinfelsen am Ufer waren zu hoch und flachere Stellen gab es an genau dieser Stelle nicht. Doch dieses Problem löste sich dann ganz von alleine. Zwei Enten schossen auf einmal aus dem Ufergebösch mit lautem Krawall hervor so dass die beiden Tauben erschraken und davon flogen. Ich denke und hoffe mal, dass sie irgendwo doch noch ihren Durst stillen konnten.

Naturfotografie (Hobby) in NRW Ruhrgebiet © 2017 Monika Gottwald