19.01.2019

Der erste Fotospaziergang im neuen Jahr

Mein letzter Besuch bei uns am Schiffshebewerk liegt schon einige Zeit zurück. Also sollte das SHW an diesem kalten aber dafür sonnigen Samstag mein Ziel werden. Seit etwas über einem Jahr wird am Schiffshebewerk für meine Begriffe eine sehr übertriebene Uferpflege betrieben. Keine Chance mehr für üppigen Bewuchs an den Gewässerrändern. Alles wird immer wieder regelmäßig sehr radikal zurück/runter geschnitten. Von daher hat sich die einst so schöne und vielfältige Wasservogelwelt dort am SHW, schon längst sehr rar gemacht. Das soll jetzt aber nicht das Thema für meine Fotogeschichte werden. Denn der Weg zum SHW gestaltet sich mit etwas Glück auch recht interessant, was die allgemeine Tierwelt betrifft. So auch an diesem Samstag auf meiner ersten Fotosafari im neuen Jahr.

Zuerst entdeckte ich ein "wildlife" Reh. Es stand zunächst etwas ungünstig für mich, aber nach kurzer Zeit wurde es fotomäßig dann etwas besser.

Mir gelang es, mich ein wenig näher an das Reh anzupirschen und so entstanden dann folgende Bilder:

 

Noch hatte es mich nicht bemerkt . . .

 

. . . doch dann drehte es plötzlich den Kopf in meine Richtung . . .

. . . und schaute mich direkt an.

 

Mittlerweile hatte ich mich schon einige Meter vorgeschlichen gehabt. Doch jetzt blieb ich stehen und rührte mich nicht.

Was wird das Reh nun tun ? Wie wird es reagieren ?

Die Antwort kam prompt :-)

Nix passierte, das Reh ergriff nicht wie befürchtet die Flucht, sondern blieb an Ort und Stelle.

Aber die Öhrchen wurden direkt in meine Richtung gedreht :-)

Dann drehte sich das Reh wieder um und schaute mich abermals an.

Es kam mir so vor, als studierte mich dieses Reh ganz genau, es wusste aber wohl nicht wirklich, ob es mich als echte Gefahr einstufen sollte.

Scheinbar fühlte sich das Reh von mir nicht bedroht, denn sonst hätte es sich nicht "so" verhalten :

 

Als sich das Reh dann abermals zu mir umdrehte, trafen mich sehr empörende Blicke :-)


"Na sowas!" Diese Fototante ist ja immer noch da und knipst mich bei meiner Körperpflege, so eine Frechheit!"

"Ist ja schon gut, ich geh ja schon!" :-)))

 

Wenig später gab es ein weiteres tierisches Highlight. Feldhasen!

Gleich zwei auf einen Streich. Sie saßen ziemlich chillig auf etwas größerer Entfernung ganz frei mitten auf einem Feld.

 

Um die beiden Hasen etwas deutlicher ablichten zu können, nahm ich mir jeden Hasen einzeln vor. So konnte ich sie näher heran zoomen.

Die beiden Feldhasen hatten mich schon längst gesehen gehabt, denn so wie diese beiden, war auch ich ohne jegliche Deckung und stand ebenso "frei" wie diese beiden auf dem Feld. Sie verhielten sich weiterhin ziemlich entspannt und von Flucht war keine Rede.

 

Die beiden saßen da so schön in der Nachmittagssonne :-)

 

 

Dann habe ich es gewagt . . . und schlich mich näher heran.

 

 

Und sie blieben hocken.

 

 

Und noch etwas näher . . .

 

. . . uns trennten jetzt ca. 20 Meter und sie blieben sitzen. Näher wollte ich nicht, diese knappe Distanz reichte mir völlig. So schoss ich diese Bilder und war happy :-) Dann wollte ich mich wieder langsam zurück bewegen und ging vorsichtig ein paar Schritte rückwärts. Diese Momente waren sehr spannend, denn ich wusste ganz genau, dass ich die Fluchtdistanz dieser beiden Hasen längst überschritten hatte.

 

Meine Ahnung sollte mich nicht täuschen.

Obwohl ich mich wieder ganz langsam und vorsichtig von den beiden Hasen entfernte, stellte einer der beiden plötzlich seine Ohren auf.

Auch der entspannte Blick war plötzlich verschwunden, alle Alarmglocken schrillten plötzlich in Hasis Kopf :-)

Und ehe ich mich versah, sprangen beide Feldhasen urplötzlich blitzschnell auf und flitzten los.

Aber sie rannten nicht weit und kamen wieder schnell zum stehen.

 

Auch ich blieb nun stehen und bewegte mich keinen Millimeter von der Stelle. Sie hatten sich nicht wirklich von mir entfernt, sondern sind mehr zur linken Seite auf gleicher Höhe ausgewichen. So hob ich nochmals ganz vorsichtig meine Kamera betätigte den Zoom und drückte ab :-)

 

 

Tierisch gut weiter ging es dann mit einer Amsel.
Völlig dick aufgeplustert der Kälte trotzend, entdeckte ich sie nur wenige Meter von mir entfernt.

 

Angekommen am Schiffshebewerk fiel mir sofort ein Schwanenpaar auf. Wieder mal ein "neues" Schwannenpaar am Oberwasser des Schiffshebewerkes.
Hoffentlich hat dieses Schwanenpaar mehr Glück, als das Päärchen, das ich letztes Jahr auch im Januar (2018) dort am Oberwasser entdeckt hatte.

Das junge und gesunde Schwanenpaar aus Januar 2018 kam im Februar 2018 auf mysteriöse Weise dort am Schiffshebewerk um's Leben.
Beide, das Männchen und das Weibchen starben fast gleichzeitig innerhalb von wenigen Stunden.

 

Ein "neues" Schwanenpaar am Schiffshebewerk:

 

Ein wunderschönes Paar.

 

Frau Schwan:

 

Herr Schwan:

 

Das Weibchen war unberingt, aber Er war beringt.

 

Noch ein bisschen mehr rangezoomt:

So so, Herr Schwan stammt also aus der Vogelwarte von Helgoland.

Für mich war das keine große Überraschung, denn dieser Schwan ist nicht der erste,

der direkt aus der schützenden Vogelwarte in Helgoland kam und hier am Schiffshebewerk "ausgewildert" wurde.

Ich weiß von zwei Schwänen am Schiffshebewerk, die auch aus der Vogelwarte Helgoland kamen . . .

. . . leider sind diese beiden Schwäne hier am SHW nicht alt geworden.

 

"Dann macht's mal gut ihr zwei, ich drücke Euch die Daumen und wünsche Euch ganz viel Glück hier am SHW.

 

Die tierischen Highlights nahmen an diesem Samstag Nachmittag kein Ende :-)

Zur Krönung gab es dann noch dieses Nutria :-)

 

Es sorgte für ein wenig Abwechslung in der sehr spärlich gewordenen Wasservogelwelt am Schiffshebewerk :-)
Doch die beiden Blässhühner ließen sich von diesem felligem Schwimmer nicht wirklich beeindrucken :-)

 

Es handelte sich augenscheinlich um ein einzelnes Exemplar, das mir irgendwie verwirrt/verirrt vorkam.

Ziemlich hektisch schwamm Herr oder Frau Nutria im Wasser hin und her und wusste wohl nicht wohin.

 

Irgendwann wurde das Ufer angeschwommen und so verlor ich das Nutria aus den Augen.

Dafür fiel mir etwas anderes in mein Blickfeld:

 

Die neue Deko für Bäume !

Ein Angelhaken baumelte im Geäst eines Baumes.

Ein Drillingshaken mit Blinker. Hier war man wohl auf Raubfische aus gewesen.

Warum auch immer dieser Haken im Baum gelandet ist und dort nun gefährlich hin und her baumelt, er gehört  dort nicht hin!

Von einem naturliebenden und verantwortungsbewusstem Angler kann hier keine Rede sein.

 

Bis auf diesen Angelhaken gefiel mir dieser Samstag Nachmittag mit reichlich schöner Fotobeute sehr gut :-)
Der erste Fotospaziergang in diesem Jahr hat sich echt gelohnt :-)