Die Frühjahrs - und Herbstzüge der Kraniche Übersicht

 

Kranichzüge am 04. und am 05. März 2018

 

Jeweils drei Kranichzüge am Sonntag und am Montag Nachmittag überflogen auf ihrer Heimkehr-Route in Richtung Nord/Ost unser kleines Städtchen Castrop-Rauxel. Was für ein herrliches Spektakel hoch am Himmel an zwei Nachmittagen. Bevor man sie sieht, hört man sie schon eine ganze Weile vorher. Es war an beiden Nachmittagen so gegen 17.00 Uhr als die jeweils ersten großen Trupps am Himmel zu sehen waren. Die Sonne stand schon etwas tiefer, und da sie aus südlicher Richtung kamen, sah es fast so aus, als kämen sie direkt aus der Sonne heraus geflogen. Einfach klasse!

Natürlich die Kamera immer parat, schnappte ich mir die Kraniche durch das offene Fenster. Diesmal hatte ich es nicht darauf angelegt, immer nur alles so nah wie möglich heran zu zoomen, diesmal wollte ich einen kompletten Kranichzug auf's Foto zu zaubern. Das erwies sich, als gar nicht so leicht. Die Kraniche waren sehr schnell unterwegs, und änderten immer wieder ihre Formation, mal flogen sie in der klassischen Keilformation, dann mal im Doppelkeil oder sie flogen die schräge Reihe.

Bild 1: Die Spitze dieses Kranichzuges, die typische Keilformation. Binnen weniger Minuten änderten sie die Formation. So schnell wie aus dem Nichts erschienen sind, genauso schnell waren sie auch wieder fort. Man sah sie nicht mehr, aber man hörte sie noch lange.

 

 

Ca. 10 Minuten später flog der nächste Kranichschwarm über uns hinweg.

Ich fand es echt faszinierend, wie die Kraniche untereinander immer wieder ihre Positionen veränderten und somit auch die Formationen. Alles wirkte wie perfekt aufeinander abgestimmt. Jedes einzelne Tier wusste genau, wie es sich immer wieder erneut einzureihen hat.

 

Bei diesem Zug hatte ich erst den Eindruck, dass die Kraniche ihre Formation kurzfristig auflösen wollten, um die Thermik zu nutzen, damit sie ohne große Kraftanstrengungen an Höhe gewinnen. Um von der Thermik profitieren zu können, kreisen die Kraniche auf einer Stelle am Himmel um sich so hoch zuschrauben. Es macht für den Beobachter den Eindruck, als wären die Vögel plötzlich orientierungslos und wüssten nicht mehr in welche Richtung sie fliegen müssen.

 

 

Am zweiten Tag, 05. März, konnte ich genau diese Beobachtung (Kreisen am HImmel) bei dem letzten Kranichzug machen. Es war schon kurz nach 18.00 Uhr, also nicht mehr doll hell. Zunächst hörte ich sie nur, mit sehen war da nicht viel, sie schienen weit entfernt zu sein. Also schnappte ich mir das Fernglas und endlich entdeckte ich den "kleinen" Trupp, der sich kreisend auf einer Stelle am Himmel bewegte.

Dieses Kreisen behielten die Kraniche bestimmt 10 Minuten bei, bis sie sich endlich wieder formierten und in ihrer, ihnen nur allzu bekannten Richtung weiter flogen.

Die ersten beiden Bilder: Mal etwas näher rangezogen. Man sieht ganz deutlich, alle Tiere waren wieder ganz einheitlich in eine Richtung unterwegs. Letztes Bild : Gut formiert ging es weiter :-)

 

 

Ich kann immer wieder nur staunen, wie Zugvögel es schaffen, solche gewaltigen Strecken hinter sich zu bringen. Diese Ausdauer, dieser eiserne Wille, diese harte Disziplin die ein "Aufgeben" resolut verbietet.

 

Bei einem der ersten Kranichzüge hatte ich etwas Glück und so gelangen mir zwei Bilder mit etwas besser erkennbaren Kranichen :-)