Sommer Extrem - Große Dürre 2018

Bilder/Aufnahmen vom 30.Juli 2018

Eine so lang anhaltende Hitze, beginnend im Juni und auch den ganzen Juli über, mit Temperaturen fast immer über 30° (besonders im Juli) hatten wir schon seit Jahren nicht mehr. Auch für den August ist noch keine Wetteränderung in Sicht. Mag es in den östlichen und nördlichen Landesteilen Deutschlands zwischendurch auch heftige Gewitter in diesem Sommer so zwischendurch gegeben haben, im Ruhrgebiet allerdings blieb das sonnige Wetter bis dato stabil. Durchweg trocken, unterbrochen von zwei minimalen Regenschauern, die mehr wie der Tropfen auf dem heißen Stein einzustufen sind, als alles andere.

Ganz Deutschland stöhnt und leidet unter dieser extremen Hitze. Auch die Natur leidet nun immer mehr und zeigt das unter anderem durch Austrocknung vieler kleiner Tümpel und Teiche. Kleinere Seen und Teiche drohen durch die Hitze zu kippen. Von der Sonne verbrannte Wiesen und akute Waldbrandgefahren sind die Folgen dieser schon recht lang anhaltenden Dürre in diesem Sommer 2018. So machten wir uns am 30.Juli auf, um mal zu schauen, wie es bei uns an den Biotopen in Castrop aussieht, bei 36° mit Sonne pur. Wie ist es der Vogelwelt dort bisher ergangen, bei dieser Hitze, wie gehen die Vögel damit um, dort bei uns an den Biotopen? Auf diesem Gelände (Naturschutzgebiet/Landschaftsschutzgebiet) befinden sich drei relativ große Wasserauffangbecken von natürlichem Charakter, Biotope halt. Absolut abhängig vom Regenwasser.

Das erste Becken, Wasser war noch vorhanden, wenn auch nicht mehr viel. Dort an den Stellen wo Gänse, Enten und Schwäne sonst schwimmen konnten, weil das Wasser tief genug war, standen nun viele Möwen, einige Gänse und Enten nur noch fußtief im Restwasser.

 

 

Das erste Biotop: Stellenweise noch Wasser vorhanden . . .

 

 

Gänse, Möwen und Enten: Chilliges Schwimmen ist nicht mehr . . . jetzt ist leider nur noch "kneipen" angesagt.

 

 

Die Schwanenfamilie, die ich dort vor einiger Zeit vor die Kamera bekam,

hielt sich auch noch dort auf. Ich denke mal, sie hatten eine Wasserstelle erwischt,

die zwar alles andere als groß war, aber dafür noch ausreichend tief genug um etwas "paddeln" zu können.

 

 

Der Silberreiher an den Biotopen, stand dort sonst auch schon viel tiefer im Wasser.

 

 

Das mittlere Biotop: Komplett ausgetrocknet, der Boden hart und sandig.

 

 

Ansicht von der anderen Seite des mittleren Biotopes:

Nur noch ein minimaler Wassergraben mit wenig Wasser zieht sich stellenweise durch das sonst völlig ausgetrocknete Becken.

 

 

Jede Menge Krähen und Dohlen waren in diesem ausgedörrten Becken unterwegs um in dem harten Boden mit starken Schnabelhieben nach etwas fressbarem zu suchen. Diese Szenerie glich in etwa einer Schar von Geiern, die in einem trocknen Canyon unterwegs war :-)

 

 

 

Ein Graureiher mit ungläubigem Blick in seinem Habitat: Wo ist das Wasser hin?

 

 

Einige Nilgänse durchquerten vorsichtig, fast zaghaft, das ausgetrocknete Becken, ihnen kam diese aktuelle und ungewohnte Situation wohl auch unwirklich vor.

 

 

Eine junge Teichralle schwamm ein kleines Stück in dem noch vorhandenen Wassergraben. Immerhin besser und erfrischender, als laufen.

 

 

Und egal wohin man schaute, Krähen und Dohlen waren sehr zahlreich vertreten, an diesem sehr heißen Tag,

einer von so vielen heißen Tagen schon, in diesem Sommer.

 

Sie gaben momentan regelrecht den Ton an, in der Vogelwelt an den Biotopen . . .

 

 

Das bekam auch ein Mäusebussard zu spüren, der wirklich echt mutig oder ohne Angst über eine Großversammlung von Krähen hinweg flog. Ist der Mensch auch Feind Nr.1 des Bussard, so folgt gleich darauf als Feind Nr.2 die Rabenkrähe. Von daher fand ich es echt sehr, sehr couragiert von dem Mäusebussard, dass er da so knapp an den vielen Rabenkrähen vorbei flog.

 

Doch sofort hefteten sich zwei Krähen an den Mäusebussard, das war ja quasi vorprogrammiert. Wie kann es ein Mäusebussard auch wagen, eine Schar von Krähen so nah zu überfliegen?!

 

Diese zwei Rabenkrähen verfolgten den Mäusebussard eine ganze lange Weile und versuchten ihn aus ihrem "Luftraum" zu vertreiben. Sie waren ganz schön hartnäckig und ließen einfach nicht locker.

 

Irgendwann wurde es dem Mäusebussard zu bunt und er suchte das Weite. Doch vorher drehte er nochmal eine Ehrenrunde, so dass ich ihn nochmals auf die Speicherkarte bannen konnte. Auf dem zweiten Bild kann man sehen, wie der Mäusebussard sich während des Fluges in der Kopfgegend kratzte. So was habe ich bei einem Mäusebussard im Flug auch noch nicht beobachten können :-)

 

 

Nun zu dem letzten der drei Biotope in diesem Naturschutzgebiet/Landschaftsschutzgebiet.

Auch hier war der Wasserstand mehr als gering! Stellenweise reichte es noch gerade zum Schwimmen für kleinere Wasservögel, wie die Teichralle und der Zwergtaucher. Für alle anderen ist an den Biotopen wohl erstmal Schwimmpause angesagt.

 

 

Zwei Graureiher waren auf der Pirsch . . . in dem sehr seichtem Gewässer. Sicherlich nicht viel erfolgsversprechend bei einem so niedrigen Wasserstand.

 

Selbst schon ziemlich ausgelaugt von der fantastischen Hitze und der knallenden Sonne, machten wir uns dann auf den Rückweg. Da entdeckte ich nochmal einen Bussard am Himmel. Zuhause beim Bilder sichten freute ich mich wie ein Schneekönig. Zum zweiten Mal hatte ich einen Wespenbussard auf die Speicherkarte bannen können :-)

 

 

Wespenbussard, gut zu erkennen sind die drei Endbinden, das sicherste Merkmal zur Unterscheidung von anderen Bussardarten.