Seidenreiher (Egretta garzetta)

Der Seidenreiher hat eine Körpergröße von ca. 63 cm und zählt somit zu den kleineren Reiherarten. Der Seidenreiher sieht dem Silberreiher sehr ähnlich und wird deshalb auch sehr schnell mit dem Silberreiher verwechselt. Die unterschiedlichen Größen von Seidenreiher und Silberreiher sind ein wesentliches Merkmal um diese beiden Reihersarten auseinander halten zu können. Es gibt noch weitere äußerlichen Unterschiede die einem aber nicht immer sofort ins Auge fallen.

Um einmal die Größe des Seidenreihers darzustellen habe ich hier ein Bild, auf dem der Seidenreiher neben/hinter dem Graureiher zu sehen ist. Der Graureiher und der Silberreiher sind beide 100 cm groß. Der Seidenreiher mit seinen ca. 63 cm wirkt dagegen auffallend klein.

Ein weiterer Unterschied im Aussehen zwischen Seidenreiher und Silberreiher:

Der Seidenreiher hat "immer" einen schwarzen Schnabel.

Der Silberreiher hat nur zur Brutzeit im Prachtkleid einen schwarzen Schnabel, außerhalb dieser Zeit ist der Schnabel beim Silberreiher gelb.

Seidenreiher im Prachtkleid - Schmuckfedern zieren sein Haupt
Seidenreiher im Prachtkleid - Schmuckfedern zieren sein Haupt
Silberreiher im Schlichtkleid - Schnabel gelb
Silberreiher im Schlichtkleid - Schnabel gelb

Auch die Jagdtechnik ist beim Seidenreiher völlig anders als beim Silberreiher.

Der Silberreiher und auch der Graureiher sind stille und schleichende Jäger die sich Schritt für Schritt ganz vorsichtig durch;s Wasser bewegen um die Beute ausfindig zu machen und dann blitzschnell mit dem Schnabel zupacken. Der Seidenreiher ist allerdings alles andere als still und schleichend, um seine Beute aufzuspüren und hat damit ebenfalls viel Erfolg.

 

Die schlaue Taktik des Seidenreihers:

Zunächst läuft der kleine Reiher mit wild schlagenden Flügeln eine Weile im Wasser hin und her. Mit einem Male hält er abrupt inne und wartet ab. In dem Bereich, wo der Seidenreiher hin und her lief, sammeln sich plötzlich Fische an der Wasseroberfläche und der schlaue kleine Reiher muss nur noch mit dem Schnabel zupacken. Dieses wilde hin und herlaufen im Wasser hat die dort vorhanden Fische irritiert und verschreckt. Orientierungslos schwimmen sie nun ganz dicht unter der Wasseroberfläche wild durcheinander. Nun ist es ein leichtes für den Seidenreiher, sich die Häppchen blitzschnell aus dem Wasser zu fischen.

Mit wild schlagenden Flügeln läuft der Seidenreiher im seichten Wasser auf und ab . . .

 

Bon Appetit . . . ;-)

 

Damals in früheren Zeiten wurden Seidenreiher für eine alberne Hutmode gejagt und getötet.

Dadurch wurde der Seidenreiher fast ausgerottet.

Nur ganz langsam hat sich der Bestand dieser wunderschönen Reiherart wieder erholt.

Ein Meister der Tarnung: So direkt in der Nähe bei den Möwen fällt der "kleine" Seidenreiher aus der Entfernung kaum auf.