"Mein" Schwan Oskar (Erinnerungen) Teil 1

Oskar ist ein Schwan, den ich seit vielen Jahren fotografisch verfolgt habe. Oskar hatte ein "festes" Revier bei uns am Schiffshebewerk in Henrichenburg, das ich bequem mit einem nicht allzu langem Fußmarsch erreichte. So bekam ich über die Jahre hinweg schon einige schöne Fotos von ihm und auch von seinem jährlich neuen Nachwuchs. Oskar "hatte" eine  Partnerin (Fine) über viele Jahre, bis im Oktober 2014 das große Unglück über dieses Schwanenpaar hereinbrach. Fine, Oskar's Partnerin wurde von einem freilaufenden Hund angefallen und tot gebissen.

Von da an führte Oskar zwei Jahre lang ein einsames Witwerleben. Wenn jetzt viele dachten, dieser Schwan wird sich doch grämen und sicher "eingehen". Genau das Gegenteil geschah. Oskar liess sich nicht hängen, er verteidigte sein Revier weiterhin in seiner gewohnten Manier. Vor allem Nilgänse waren für Oskar ein rotes Tuch.

Im Jahr 2017 habe ich Oskar sehr oft besucht, da er seit Ende des Jahres 2016 eine neue Partnerin hatte und die beiden eine Familiengründung planten. Im August 2017 habe ich Oskar dann zum letzten Mal gesehen. Und das ganz weit entfernt, außerhalb seines "festen" Revieres.

So sieht es "Heute" am Schiffshebewerk aus:
Stand: September 2018

Gähnende Leere am Oberwasser . . .

 

. . . und auch am Unterwasser, des Schiffshebewerks in Henrichenburg (Castrop)

Seitdem die Ufervegetationen dieses Jahr im Februar und im März (kurz vor der Brutzeit) einem radikalen Schnitt zum Opfer fielen, ist nichts mehr los am Schiffshebewerk, was die Wasservogelwelt betrifft. Auch im Sommer wurde weiterhin regelmäßige „Uferpflege“ betrieben. Dass sich dort nun kein Wasservogel mehr wohlfühlt ist verständlich. Wichtige Rückzugsmöglichkeiten und Brutgelegenheiten gibt es für die einst so zahlreichen Wasservögel dort am SHW nicht mehr. Selbst die Standard Wasservogelarten, wie Blässhuhn und Stockenten lassen sich am SHW, wenn überhaupt nur noch in sehr geringer Anzahl blicken. Anfang des Jahres (Februar) wurde ein junges Schwanenpaar dort am SHW getötet. Die tödliche Ursache ist einer Tierärztin, die die Schwäne damals untersucht hat, bekannt. Doch sie hüllt sich in Schweigen und beruft sich auf ihre tierärztliche Schweigepflicht. Leider gab es auch zu wenig Interesse von der Öffentlichkeit zu diesem Vorfall. Wie sagt man so schön: Wo kein Kläger, da auch kein Richter.

 

Hier habe ich eine kleine Bilderauswahl von schönen und auch aufregenden Momenten

aus den vergangenen Jahren 2009 - 2016 mit Oskar und Fine.